Schweiz
In der Schweiz fand eines der wichtigsten deutschen Ereignisse der Nachkriegsgeschichte statt. Das Wunder von Bern schenkte nach dem verlorenen Krieg den Deutschen zum ersten Male wieder ein positives Gemeinschaftserlebnis. Es entstand ein Gefühl, das heute oft mit dem Satz "Wir sind wieder wer!" wiedergegeben wird und einem ganzen Volk eine neues Selbstbewusstsein gab. Das nachfolgende Wirtschaftswunder wurde mindestens psychologisch durch dieses Ereignis beflügelt.
Der Ruhm der Mannschaft, die 1954 den Weltmeistertitel errang, ist bis heute nicht verblasst. Alle nachfolgenden Titel haben nicht mehr die Bedeutung gehabt wie sie dem Sieg der Truppe von Sepp Herberger beschieden war. Zur Legendenbildung trägt auch bei, dass zu dieser Zeit der Fußball noch weit weg von der Kommerzialisierung heutiger Tage war, und es um nicht viel mehr als den Ruhm und sportlichen Ehrgeiz ging. In der Öffentlichkeit hat vor allem der Spielführer der deutschen Nationalmanschaft, Fritz Walter, das Bild dieses Teams geprägt. Mit großer Bescheidenheit und Menschlichkeit konnte er weit über den Fußballplatz Anerkennung und Bewunderung finden.
Erst in der jüngeren Vergangenheit konnte die Schweiz nach Jahrzehnten der Bedeutungslosigkeit wieder Erfolge mit der Fußball-Nationalmannschaft feiern. Unter Köbi Kuhn konnte man an mehreren großen Turnieren teilnehmen und war 2008 sogar zusammen mit Österreich Ausrichter einer Europameisterschaft. Viele Schweizer Spieler haben sich zudem in den europäischen Ligen einen gute Namen gemacht. Dazu gehören Alex Frei von Borussia Dortmund, Diego Benaglio vom VfL Wolfsburg, Philip Senderos von Arsenal London oder auch Philip Degen vom FC Liverpool. Auch wenn das Team bei der EM 2008 unglücklich früh ausgeschieden ist, sagen ihm viele Experten eine gute Zukunft voraus, zumal mit Ottmar Hitzfeld ein äußerst erfahrener und erfolgreicher Trainer die Nachfolge von Köbi Kuhn angetreten hat.
Obwohl man die Schweiz eher mit alpinen Sportarten in Verbindung bringt, gibt es die größten Zuschauermengen beim Fußball. Dazu trägt bei, dass die Vereine der Super League in den letzten Jahren auch international respektable Ergebnisse erzielen konnten. Der FC Basel qualifzierte sich 2002 und der FC Thun 2005 für die Champions League. Während die erste Spielkasse der Schweiz früher als Rentnerliga belächelt wurde, weil dort viele ältere Spieler ihre Karriere ausklingen ließen, kann sich der Schweizer Fußball im europäischen Vergleich mittlerweile durchaus sehen lassen.
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